Bradykardie- Langsamer Herzschlag

 

Physiologie:

Beim herzgesunden Menschen wird die Geschwindigkeit des Herzschlages durch das Erregungsleitungssystem des Herzens gesteuert. Die Schnelligkeit des Herzschlages, zu bestimmen durch Tasten des Pulses, hängt u. a. vom körperlichen Belastungsniveau ab.

Üblicherweise fällt die Herzfrequenz nicht unter 40 Schläge pro Minute, Ausnahmen bilden gut trainierte Ausdauersportler, bei denen eine niedrigere Frequenz in Ruhe durchaus als normal angesehen werden kann, sofern die Herzfrequenz unter Belastung adäquat ansteigt. Es liegt dann eine gesteuerte Bradykardie (Sinusbradykardie) vor.

Symptomatik: Von Beschwerdefreiheit über Leistungsminderung bis hin zu Ohnmachtsanfällen (Synkopen), Verschlechterung (Dekompensation) einer bestehenden Herzinsuffizienz oder auch komplettem Herzstillstand mit Tod kann die Ausprägung von Beschwerden sehr unterschiedlich sein.

Diagnostik

EKG-Diagnostik einer Bradykardie (37/min)

 

Die sicherste Methode zur Diagnostik einer Bradykardie bietet das EKG. Phasen langsamen Herzschlages lassen sich im Langzeit-EKG erfassen. Sind weniger Pulsschläge zu tasten als im EKG zu zählen, spricht man von einem Pulsdefizit.

Im Rahmen einer pulsoximetrischen Überwachung wird die Pulsfrequenz immer mit ausgegeben, diese Methode ist aber fehleranfällig, da nur der Puls, nicht jedoch die elektrische Herzaktion gezählt wird. Nicht zuletzt kann man das Herz abhören (Auskultation).

Therapie: Kommen Medikamente als Ursachen einer dauerhaften oder rezidivierend auftretenden, krankhaften Bradykardie nicht in Frage, ist die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig. Überbrückend kann auch eine passagere Variante mit wenig Aufwand gelegt werden.