Herzinsuffizienz ( Herzschwäche )

Epidemiologie

 

Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten internistischen Erkrankungen mit geschätzt mehr als 10 Mio. Betroffenen in Europa.

Weitere knapp 10 Mio. Menschen weisen bereits eine Herzmuskelschwäche ohne Symptome auf. Herzinsuffizienz ist in Deutschland einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizinischen Praxis und der häufigste Grund für eine stationäre Krankenhausaufnahme.

Prävalenz und Inzidenz der Herzinsuffizienz sind altersabhängig. Im Alter von 45 bis 55 Jahren leiden weniger als 1 Prozent der Bevölkerung an Herzinsuffizienz, 65- bis 75-Jährige bereits zu 2–5 Prozent und über 80-Jährige zu fast 10 Prozent.

Männer sind etwa 1,5-fach häufiger betroffen als gleichaltrige Frauen.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt der Anteil der diastolischen Herzinsuffizienz ( Füllungsstörung ) auf mehr als 30 Prozent, bei Frauen auf mehr als 40 %.

Menschen, die an einem Diabetes Mellitus Typ 2 leiden, haben ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken.

Zudem missinterpretiert diese Gruppe Symptome der Herzinsuffizienz häufig als Altersschwäche.

In der Todesursachenstatistik Deutschlands des Statistischen Bundesamtes von 2006 liegt die Herzinsuffizienz auf Platz drei noch vor Krebserkrankungen wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs.

Bei Frauen rückt die Herzinsuffizienz mit einem Anteil von 7,4 % unter den häufigsten Todesursachen sogar an die zweite Stelle vor.

 

Pathophysiologie und Ätiologie

 

Das menschliche Herz

Das rechte Herz nimmt über die obere und untere Hohlvene das Blut aus dem Körper auf und pumpt es durch die Lungenarterie (Arteria pulmonalis) in die Lunge (vgl. Lungenkreislauf). Sauerstoffreiches Blut fließt von dort durch die Lungenvenen zum linken Herz, von wo es durch die Hauptschlagader (Aorta) in den Körper gepumpt wird.

Diese Pumpfunktion des Herzens kann aus verschiedenen Ursachen gestört sein.

Ursachen der Herzinsuffizienzverschlechterte Kontraktionsfähigkeit (Systole) oder Füllung (Diastole) des Herzens durch direkte Schädigung des Herzmuskels, z. B.

  • bei koronarer Herzkrankheit, nach Herzinfarkt oder durch Herzmuskelentzündung erhöhter Pumpwiderstand
  • z. B. bei Bluthochdruck im Körperkreislauf (arterielle Hypertonie) bzw. im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie)
  • oder verengter Aortenklappe erhöhtes Schlagvolumen,
  • z. B. bei undichter Aortenklappe
  • zu niedrige Herzfrequenz bei Bradykardie
  • oder zu geringes Schlagvolumen bei Tachykardie und dadurch Abnahme des Herzzeitvolumens
  • Einengung des Herzens durch Flüssigkeit im Herzbeutel
  • erhöhter Blutbedarf des Körpers bei schwerer Allgemeinerkrankung
  • Blutarmut
  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), speziell im Fall der Rechtsherzinsuffizienz

Bei 80–90 Prozent der von Herzinsuffizienz Betroffenen liegt eine Funktionsstörung des Herzmuskels zugrunde, knapp zwei Drittel davon im Sinne einer Herzmuskelschwäche.

Die häufigste Ursache der Herzinsuffizienz ist in westlichen Ländern eine Durchblutungsstörung des Herzens (Koronare Herzkrankheit oder KHK) bei 54–70 Prozent der Patienten, bei 35–52 Prozent begleitet von Bluthochdruck.

Bei 9–20 Prozent ist der Bluthochdruck (Hypertonie) alleinige Ursache der Herzinsuffizienz.

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) manifestiert sich bei 60–70 % der betroffenen Patienten als (meist vorübergehende) Herzinsuffizienz.

Vitamin-D-Mangel begünstigt Herzinsuffizienz, ebenso ein Eisenmangel, auch ohne gleichzeitig bestehende Anämie.

In einer der weltweit größten Beobachtungsstudien mit einer Kohorte von etwa 70.000 erwachsenen Bewohnern Norwegens wurde nun auch festgestellt, dass Patienten mit schweren Schlafstörungen (Einschlafstörung, Durchschlafstörung und fehlende nächtliche Erholung) später deutlich häufiger an einer Herzinsuffizienz erkranken.

Dabei konnte ausgeschlossen werden, dass andere Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bewegungsmangel, Hypertonie, Nikotin oder Alkohol zu der vermehrten Entwicklung einer Herzinsuffizienz geführt haben.

 

Therapie der Herzinsuffizienz

- medikamentös:

Bei der medikamentösen Therapie der Herzinsuffizienz wird zwischen Medikamenten mit einer gesicherten prognostischen Indikation und solchen mit einer symptomatischen Indikation unterschieden.

Gesicherte prognostische Indikation heißt, dass die dauerhafte Gabe des Medikaments in mehreren Untersuchungen einen eindeutig lebensverlängernden Effekt bewiesen hat.

Dazu gehören bei der chronischen Herzinsuffizienz:

  • ACE-Hemmer in allen Stadien,
  • AT1-Antagonisten: Blocker des Angiotensin-II-Rezeptors (Subtyp 1); bei Unverträglichkeit von ACE-Hemmern,
  • die Betablocker (Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol und Nebivolol generell ab NYHA II
  • Aldosteronantagonisten ab NYHA-Stadium II.
  • Neprilysin-Inhibitoren (z. B. Sacubitril in Kombination mit Valsartan) in allen Stadien.
  • Noch unzureichend ist die Studienlage für : Kalzium-Sensitizer (z. B. Levosimendan). Renin-Antagonisten (z. B. Aliskiren).

Symptomatische Indikation bedeutet, dass diese Medikamente nur eingesetzt werden müssen, wenn bestimmte Symptome vorliegen und diese durch das Medikament gebessert werden. Dazu zählen:

  • Diuretika bei Anzeichen für eine Überwässerung des Körpers,
  • Digitalisglykoside bei Patienten mit Vorhofflimmern, einer deutlichen Leistungsschwäche oder häufigen Krankenhauseinweisungen wegen der Herzinsuffizienz
  • und Antiarrhythmika bei symptomatischen Herzrhythmusstörungen.

 - interventionell ( CRT-Schrittmacher )

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Dr.Nina Doruska                       

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Mitglied der Ärztekammer für NÖ

Ärztin für Allgemeinmedizin

Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzfach Kardiologie und internist. Intensivmedizin